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Des einen Freud, des anderen Leid

Tag 1: Eigentlich ist es etwa Tag 55 wenn man die Vorbereitungstage mitzählen würde. Aber fangen wir bei Tag 1 dem 24.4 an. Die Crew, bestehen aus Jürgen und Martin sind gut gelaunt mit mir an den letzten Vorbereitungen vor dem Auslaufen, halbe Tonne Wasser wird gebunkert, Fock angeschlagen, Leinen sortiert und ich checke nochmals den Motor und überprüfe Wantenspanner und Beschläge.
Dann wird um 13 Uhr abgelegt und nach passieren der Kaiser-Wilhelm-Brücke laufen wir in die Ostkammer der großen Seeschleuse ein. Bei den angekündigten Nordwinden der Stärke 5 und bald kippender Tide müssen wir unter Motor nach Hooksiel verholen. Nach morgendlichem Graupelschauer kommt die Sonne raus und so werden die 4 Grad Lufttemperatur fast erträglich.
Da erst um 18 Uhr geschleust wird legen wir längsseits an einem Muschelfänger an. Mit Fischbrötchen sitzen wir in der Sonne und warten auf die Schleuse. Die letzten 2-3 sm das Hooksmeer hinunter zum alten Hafen mitten im Ort sind ein guter Kontrast zum Jade-Weser-Port und die angrenzenden Industrieanlagen. Abends werden noch Strecktaue gespannt und die Mann-über-Bord Mittel ergänzt.

Tag 2: Um 7 klingelt der Wecker, denn wir müssen um 8 Uhr durch die Schleuse, um wieder auf die Jade zu kommen. Dort empfängt uns dann auch gleich Schnee und damit verbundene schlechte Sicht. Außerhalb des Fahrwassers gebe ich jede Minute einen langen Ton durch das Nebelhorn um auf uns aufmerksam zu machen. Östlich Wangerooge lässt der Schnee nach und die Sicht gibt den Blick bis an das Westende der Insel frei, so dass wir den alten Wasserturm sehen können. Mit passieren der Insel kommen aber auch die Wellen welche der Wind aus West aufgebaut hat. Jürgen zeigt schon Zeichen der Seekrankheit und schluckt eine Vomex, welche leider sein Kreislauf schwächt.
Bald können wir auf Generalkurs Nord gehen und steuern die 20 sm entfernte Insel Helgoland, unser einziger Zwischenstopp auf der Fahrt nach England, an. Dass dort die Reise für manche von uns endet hatte niemand gedacht. Mittlerweile herrschen 6 Grad und es regnet nicht mehr. Unter vollem Großsegel und Genua läuft Raireva mit 6-7 Knoten auf Helgoland zu. 10 sm südlich haben die Wellen eine Höhe von ca. 3 Meter erreicht was die Situation für Jürgen nicht verbessert und er dem Hafen sehnsüchtig entgegen fiebert. Gegen 15 Uhr machen wir an der Ostkaje fest und versorgen Jürgen mit heißem Fußbad und einer Kanne Tee.
Am Abend dann die Mittteilung der Jungs, sie kommen nicht weiter mit nach England. Selbst Martin hatte Probleme mit Seekrankheit, hatte diese aber im Griff solange er an Deck blieb.

Tag 3: die Jungs packen und fahren mittags mit der Halunder-Jet nach Hamburg zurück. Zurück bleibe ich mit einem Wetterfenster das sich im Laufe des Tages schließt und da ich ohne Crew hier festsitze muss ein Plan B ran. Wie der aussieht ist mir noch nicht ganz klar, bzw. hängt auch von den folgenden Mittsegler ab.

Ich werde weiterhin berichten,

schöne Grüße von der einzigen Hochseeinsel Deutschlands wünscht,

Reto

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