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Nochmals links ran…

7 – 8.Tag auf See: Mittwoch früh, die Windräder auf Borkum drehen langsam auf Süd. Wir machen uns bereit am späten Nachmittag zu starten. Gegen 17 Uhr schmeißen wir die Leinen los und laufen aus dem Schutzhafen aus, Ziel England. Dass ich meine Niederländische Gastlandflagge doch noch brauchen würde dachte ich in diesem Moment jedoch noch nicht.

Bei leichten Südwinden und ablaufender Tide machen wir unter Segel gute Fahr voraus hinaus auf die Nordsee. Kurz vor Sonnenuntergang gibt es zur Stärkung noch Penne mit Pesto, zum Nachtisch einen Sundowner. Mit der Dunkelheit wird es zum einen wieder kälter und zum anderen frischt der Wind auf. Mit ca. 7 Knoten unter Vollzeug laufen wir am grünen Tonnenstrich des Verkehrstrennungsgebietes nach Westen. Bald tauchen die ersten Unbeleuchteten Fischer auf und so muss ich aufmerksame Wache gehen. Zum Glück steuert der Autopilot zuverlässig. Josef meldet erste Symptome der Seekrankheit und bald darauf werden auch die Fische von ihm gefüttert. Mittlerweile ein mir vertrauter Anblick, was für mich bedeutet mit der Eieruhr in der Hand 10 Minuten Intervalle zwischen dem Ausguck zu schlafen. Wenn nur diese kälte nicht wäre eine Möglichkeit lange Zeit einsatzbereit zu sein. Gegen Morgen kommt Josef wieder an Deck und kann einige Zeit die Wache übernehmen so dass ich mich in der Koje aufwärmen kann.

Vormittags, quer ab Terschelling entscheiden wir Texel anzulaufen. Dort kommen wir gegen 15 Uhr an und Josef kann sich erholen. Durch die Nähe zum Ijsselmeer und durch den Vatertag tummeln sich hier einige merkwürdige „Segler“ .Von Charteryachten aus diskutieren sie auf Deutsch beim Vorbeifahren was ich doch für ein merkwürdiges kleines Steuerruder habe bei einem Boot welches doch bestimmt 5 Tonnen wiegt… Dass dies jedoch eine Selbststeueranlage ist und dass das Boot 15 Tonnen schwer ist, ahnen sie nicht.

  1. Tag auf See: Um 10 Uhr legen wir pünktlich um Hochwasser ab um Ijmuiden anzulaufen da Josef immer noch nicht ganz fit ist. Es ist mittlerweile sehr warm und wir setzen den Gennaker.

Da der Wind gegen Nachmittag nachlässt müssen wir die letzten Meilen unter Motor fahren. Um 20.30 Uhr sind wir im Hafen. Da der Hafen einen Industriecarakter hat verbringen wir den Abend an Bord und planen den weiteren Reiseverlauf.

10-11. Tag auf See: Josef ist wieder Fit und so wollen wir jetzt endlich den Sprung nach England angehen. Gegen Mittag wird abgelegt und nach passieren der Außenmole lege ich Kurs 220° an, das ist der direkte Weg zum nördlichen Ende von Falls Head, einer in Nord-Süd-Richtung laufender Sandbank. Da Ramsgate Westlich dieser liegt müssen wir diese umfahren.

Kurz bevor es dunkel wird tauchen 6 Ölbohrplattformen auf welche aber relativ nahe passiert werden können. In der Nacht dann ein reinstes Lichtermeer. Die Seekarte und Handbücher werden zu Rate gezogen um möglichst alle identifizieren zu können. Da wir zu dieser Zeit Westlich der Maas sind mit ihrem Hafen Rotterdam ist dementsprechend viel Schiffsverkehr, dieser ist aber sehr gut auszumachen an den Positionsleuchten, grün auf der rechten, rot auf der linken Seite. Bald stellt sich heraus dass es sich um Ankerlieger handelt und somit keine Gefahr für uns darstellt. Einigen kommen wir beim Passieren recht nahe. Da die Sicht gut ist entschließe ich mich das Verkehrstrennungsgebiet nicht im rechten Winkel zu kreuzen, wie es eigentlich vorgeschrieben ist, sondern diagonal zu durchfahren. Weit und breit ist kein Schiff mehr zu sehen. Um 3 Uhr nachts wecke ich Josef der pünktlich zur Nacht in die Koje ist. Somit kann ich für drei Stunden am Stück schlafen. Der Wind ist mittlerweile fast komplett eingeschlafen und durch den einsetzendem Strom drohen wir zurück zu treiben. Also unter Motor weiter Richtung England.

20 Seemeilen vor Ramsgate kommt unter Vollgas die „Border Force“ auf uns zu. In ca. 30 Meter Abstand fahren sie neben uns her und wir können auf der Brücke drei Personen erkennen welche uns mit Ferngläsern anstarren. Was sie versuchen zu sehen ist uns nicht klar, auch nehmen sie keinen Kontakt über Funk mit uns auf. Bald fahren Sie wieder ab, dass wir aber nochmals in Kontakt mit ihnen kommen sollten ahnten wir nicht.

Nach Anmeldung über Funk bei der Port Control Ramsgate fahren wir in den Hafen ein und machen an einem Schwimmsteg des Royal Harbor Yacht Club fest. Endlich in England!

Auf dem Steg stehen bedeutet einmal das mir plötzlich wahnsinnig schwindelig wird, da mein Körper sich so an das geschaukel an Bord gewöhnt hat und so schnell mit dem festen Boden unter den Füßen nicht klarkommt, zum anderen das man ein obligatorisches „Stege Bier“ trinkt. Kaum ist die Helgoland-Astra-Zollfrei-Dose auf, kommen schon Uniformierte, bewaffnete und tätowierte (Hooligans) Zollbeamte auf uns zu. Vom Steg aus belehren sie mich über Freimengen an Bargeld, Einfuhrverbote von Sprengstoff sowie Menschenschmuggel. Dann kommen sie an Bord und fangen mit der Durchsuchung und Befragung an. Anfänglich wollen sie noch hinter Abdeckungen und Blenden schauen, aber mit jedem durchsuchten Meter werden sie lockerer und sind so von dem Boot und meiner Ordnung was Unterlagen, Schiffsführung, Navigation und der Tatsache das ich Logbuch führen, begeistert, das nach einer kurzen Plauderei und der abschließenden Bemerkung das wir dringend neues Bier kaufen müssen das Boot wieder verlassen wird.

Nach einer langen Dusche gehen wir dann früh ins Bett und holen den verpassten Schlaf nach.

Gerade haben wir im Royal Yacht Club ein Landestypisches Frühstück zu uns genommen und werden jetzt die Stadt erkunden.

 

Bis Bald

Reto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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